Stuckaturen (von ital. stucco) ist die plastische Ausformung von Mörtel oder Baugips zum Schmuck auf meist verputzten Wänden, Gewölben und Decken. Als reines Naturprodukt vermitteln Stuckaturen Ihrem Zuhause eine elegante und behagliche Stimmung. Zudem weisen Gips-Stuckaturen gute wärmedämmende Eigenschaften auf. Stuckaturen sorgen so für eine Regelung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen und schaffen somit eine gesunde Wohnatmosphäre.

Seit der Antike war und sind Stuckaturen eine wichtige Technik für die Gestaltung von Innenräumen und Fassaden. Die in fast allen Hochkulturen bekannten Stuckatur-Techniken lassen sich im Mittelmeerraum bis ins siebte Jahrtausend vor Christi zurückverfolgen. Für folgende Stilepochen in der Baukunst spielten Stuckaturen eine besonders grosse Rolle:

 

Barock - 17. und 18. Jahrhundert

Das Barock hat seinen Ursprung in Italien. Die Stilrichtung bekam den Namen baruca von Spanien. Baruca bedeutet eine ungleichmässige, bizarr geformte Perle. Anfänglich wurde dies als Beleidigung für alles Regelwidrige und nicht dem guten Geschmack Entsprechende angewendet.

 

Rokoko - Ende 18. Jahrhundert

Das Rokoko ist kein eigener Baustil, sondern die Spät- und Hochform des Barocks. Das Wort kommt von dem französischen Begriff rocaille (Muschel). Im Rokoko findet sich kein Ruhepunkt und die Stuckatur-Ornamente ragen über den Ihnen zugewiesen Platz hinaus.

Beliebte Bauformen: Ellipse, Kreis, Sprenggiebel, kurvenreich, asymmetrisch
Beliebte Ornamente: Ochsenaugen, Blüten, Ranken, Muscheln, Kartuschen, Putten
Berühmte Bauwerke: Oberes Belvedere, Karlskirche, Schloss Versailles

 

Klassizismus - 1770 bis 1850 

Der Name stammt vom lateinischen Wort classici ab und war die Bezeichnung für berühmte altrömische Schriftsteller und Künstler. Im Klassizismus wurden die barocken Ausschweifungen durch die klassische Strenge und Klarheit ersetzt. Man kehrte zur Sachlichkeit und Symmetrie zurück.

Frühklassizismus (Luis XVI.) 1770 – 1800
Hochklassizismus (Empire) 1800 – 1830
Spätklassizismus (in Österreich Biedermeier) 1830 – 1850: Die Bauformen werden zierlicher und dekorativer. Die Bezeichnung Biedermeier stammt vom Dichter Joseph Victor von Scheffe(Zeitschrift Fliegende Blätter 1848).

Beliebte Bauformen: Bossensteine, toskanische, dorische und ionische Säulen, Rosetten
Beliebte Ornamente: Zopf, Girlande, Lorbeer, Vasen, Blumenkörbe, Kartuschen
Berühmte Bauwerke: Brandenburger Tor

 

Historismus (Gründerjahre) - 1850 bis 1900

Der Historismus war anfangs eine einfache Nachahmung bereits gewesener Stile. Bald aber verband man unbeschwert diverse Stilrichtungen an ein und demselben Gebäude. Es entstand ein Mischstil – nicht nur beim Stuck. Der Historismus wird in Neogotik, Neurenaissance, Neubarock, Neuklassizismus und Heimatstil unterteilt.

Berühmtes Bauwerk: Eiffelturm, Gestaltung der Wiener Ringstrasse

 

Jugenstil - 1890 bis 1910

Wie Gotik und Barock war Jugendstil anfangs als Spottname gedacht. Die „Jugend“ eine Münchner Zeitschrift dürfte der Namensgeber dieses Stils sein. Der Jugendstil wird auch Insel-Stil, art nouveau, style nouille und Sezzesions-Stil genannt.

Beliebte Bauformen: geschwungene Linien
Beliebte Ornamente: asymmetrische Wellenkurven, Schlangenlinien, Pflanzenbilder
Berühmtes Bauwerk: Wiener Sezession

 

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